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Gastkommentar Volker Richter (AfD-Hessen)

20.02.2015 - 23:00 Uhr, AfD-OPR

Wir haben die letzten Tage eine regelrechte Schmierenkomödie um Griechenland erlebt. Man hat mit uns und auch mit der griechischen Bevölkerung guter Bulle, böser Bulle gespielt. Je nach Bevölkerung wechselte denn auch die Sichtweise.

Hat Schäuble gestern noch groß getönt, sehen wir heute genau das, was man eigentlich vermuten musste. Griechenland wird seinen Kurs fortsetzen können.

Wie der Kurs nun aussieht, werden wir bald sehen. Werden die reichen Griechen Steuern zahlen ? Werden Finanzkontrollen eingeführt? Werden die Kontobewegungen der letzten Monate und Jahre dazu führen, dass es zu Steuerzahlungen der Akteure kommt, oder wird die neue Regierung letztendlich einige Trostpflaster fürs eigene Volk verteilen, aber am Ende dieses dennoch genauso verraten, wie alle Völker in der EU verraten worden sind und weiter verraten werden ?

Die Börsen haben seit halb fünf den Höhenflug angesetzt. Die Einigung wurde eingepreist, dass noch an einem Verfallstag, holldriho, man verdient sein Geld im Moment mit still sitzen, zusehen und sich wundern. Short? Keiner weiß mehr, was das ist. Scheinbar wurden alle Regeln außer Kraft gesetzt. Dies erlebten wir in den USA mit dem QE und wir erleben es nun in der Eurozone mit der klitzekleinen Billion, die nun unter´s Volk gebracht wird. Unter´s Volk ? Nein, nur unter exakt das eine Prozent, welches seit Jahren profitiert, die Politik maßgeblich bestimmt und sorgsam darauf achtet, dass die breite Masse keinen Kaufkraftgewinn mehr einfahren kann.

Der neueste Armutsbericht aus Deutschland zeigt auf, wie es in unserem Land aussieht, welches angeblich besser dasteht als je zuvor. Fakt ist, der Mittelstand drückt 70 bis 80 % an Steuern und Abgaben ab, woraus sich dieser Erfolg speist und die sozialen Kosten der BRD werden ebenfalls hauptsächlich vom Mittelstand getragen, der weiterhin die unteren und oberen Bereiche finanziert.

Geredet wird viel von Solidarität, die irgendwie aber nur dort stattzufinden scheint, wo man Menschen schröpfen kann. Weder sind Großkonzerne solidarisch, noch wird in Deutschland überhaupt in Erwägung gezogen, eine zutiefst ungerechte Steuerpolitik zu verändern. Davon geredet wird viel, aber Fakt bleibt, die Masse wird abgezockt. Dies trifft auf mittelständische Unternehmen und Kleinunternehmen genauso zu, wie auf Arbeitnehmer.

Aber, noch immer funktioniert die Beeinflussung der Massen, die irgendwie wie ferngesteuert zusehen, wie unser Land vor die Hunde geht, wie Großkonzerne sich vor ihrer sozialen Verpflichtung drücken, indem sie Steueroasen nutzen, die von eben jenen geschaffen wurden, die vom breiten Volk gewählt wurden. Wir dürfen nicht mit den Fingern auf Griechenland zeigen, bei uns geschieht genau das selbe.

Während diese Strukturen sich festigen, verlieren inhabergeführte Geschäfte, kleine und mittelständische Unternehmen immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit. Allein aus den Gestaltungsmöglichkeiten heraus haben Großkonzerne einen Vorteil von rund 20 bis 30 % im Preis, um den Verdrängungswettbewerb weiter fortzuführen. Die Ergebnisse erkennen wir im gesellschaftlichen Wandel. In den Innenstädten, die keinen Charakter mehr besitzen, sondern sich nur noch in der Farbe der Eiscafés unterscheiden, ansonsten von den Handelsketten dominiert werden.

Von standardisierten Waren und einem Lebensstil, der Menschen in ein Raster drückt, welches alle gleich erscheinen lässt. Von Medien, die uns gut und böse jeden Tag klar definiert vorkauen und von einer Möglichkeit der persönlichen Kontrolle eines jeden, die jegliche Souveränität des Einzelnen unmöglich macht, auch wenn dieser sich innerhalb dieser Matrix noch frei zu fühlen scheint.

Wir verlieren viel, wenn wir nicht umdenken. Wir gewinnen viel, wenn wir tatsächlich solidarisch mit den Völkern sind, nicht aber mit jenen, die ein System erschaffen haben und ausbauen, welches uns unterdrückt und unserer Freiheit beraubt. Spätestens in 15 bis 20 Jahren wird Freiheit für ältere Mitbürger nicht mehr möglich sein. In unserer Welt ist Freiheit eng verknüpft mit monetären Mitteln. Selbst hart arbeitende Menschen werden nicht genug Geld zur Verfügung haben, um einen lebenswerten Lebensabend verbringen zu können.

Wir müssen entsprechend auch der griechischen Bevölkerung danken, denn diese ist bereits in einer Situation, die auf uns noch zukommen kann und sie hat begonnen sich zu wehren. In vielen anderen europäischen Staaten wird sich ebenfalls gewehrt, wir bekommen es nur nicht in den Medien gezeigt. Dies ist maximale Beeinflussung der Qualitätsmedien zur Erreichung von Zielen einer Oberschicht, die zeitgleich die inneren Probleme Europas ausbauen, um Druck auf die Bevölkerungen auszuüben.

Dies geschieht nicht nur über Gestaltungsmöglichkeiten für Großunternehmen und die damit verbundene Wettbewerbsverzerrung, dies geschieht auch über geostrategische Entwicklungen die Länder destabilisieren, Menschen in Armut treiben und Flüchtlingsströme generieren, die wiederum in den westlichen Industrienationen zu massiven innenpolitischen Verwerfungen führen. Die Opfer gehen auf die Opfer los, ohne zu erkennen, wie sie gegeneinander ausgespielt werden. Der nächste große Wurf ist dann TTIP und CETA, um den Mittelstand weiter auszudünnen.

Autor: Volker Richter
Landesverband: Hessen

 

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  • A.W.Kläring

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    Sehr guter Kommentar!Schon mal eins gemerkt? Es geht immer nur um Geld (und Religion,jedoch,die klammere ich diesmal aus).Geld,der Segen der Welt.Oder nicht?Wachstum,das Schlagwort.Brauchen wir das wirklich?Brauchen wir Wachstum zum Überleben?Wer braucht denn Wachstum wirklich?Brauchen wir Schulden oder wäre eine Wirtschaft ohne Schulden möglich?Wer profitiert von Schulden?Bringen Schulden Menschen zum Kapitulieren?Bringen Schulden ganze Staaten gegeneinander auf?Warum?Wegen erfundenem Geld?Papier mit erfundenem Wert?Bringen sich Menschen um weil sie erfundenes Geld nicht zahlen können?Wie paranoid ist das?Wie albern?Ich würde lachen,wäre es nicht so ernst.Wie kann es sein,dass Kinder verhungern,obwohl in ihrer Nachbarschaft Überfluss herrscht.Was sol das alles?Was soll all das?Ach ja,es wurde uns von Kindesbeinen an als richtig verkauft,dann muss es wohl stimmen.

  • A.W.Kläring

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    Ich weiß,das klingt nach "Gutmenschentum".Mit dem Unterschied,in meiner Version von einer besseren Welt werden Gewalttäter (egal welcher Couleur,Herkunft,Nationalität) bestraft und die Bevölkerung vor ihnen geschützt.Selbst in einer mulltinationalen Gesellschaft ist ein friedliches Zusammenleben möglich.Jedoch nur,wenn verbrecherische Elemente umgehend und nachhaltig entfernt werden.

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