Das-Berliner-Forum
  
  

Die 66 Thesen zur Europawahl

26.01.2014 - 23:00 UHr, dBF

Bitte beachten, dass es sich um vorläufige Thesen handelt, die sicherlich noch jeder Menge Änderungen und Diskussionen unterliegen, bis auf dem Parteitag im März dann eine endgültige Entscheidung bzw. Auswahl getroffen wird.

Es handelt sich erst einmal um eine Grundlage, um in die

Diskussion einzusteigen. Am Ende des Artikels wird das komplette "Papier" auch als PDF-Datei zum Download bereitsgestellt.

 

1. EU (allgemein)

These 1

Die Alternative für Deutschland tritt ein für eine Europäische Union souveräner Staaten.

 

These 2

Die Wertegrundlagen der Europäischen Union gehen hervor aus der christlich-abendländischen Tradition, der Aufklärung und dem Streben der Völker nach Menschenrechten und Demokratie.

 

These 3

Da es weder eine europäische Identität noch ein europäisches Staatsvolk oder eine europäische Nation gibt, ist die Idee der Vereinigten Staaten von Europa wirklichkeitsfremd. Sie widerspricht Kultur und Tradition von 2000 Jahren europäischer Entwicklung.

 

These 4

Die gemeinsame Klammer der Europäischen Union ist der europäische Binnenmarkt bestehend aus freiem Verkehr von Waren und Dienstleistungen, freiem Personenverkehr und freiem Kapitalverkehr. Die Ausgestaltung des Binnenmarktes hat maßgeblich den Interessen der Bürger zu dienen.

 

These 5

Jenseits dieser gemeinsamen Klammer kann es Integrationsmaßnahmen geben, an denen jeweils nur ein Teil der europäischen Staaten teilnehmen kann. (Europa der verschiedenen Geschwindigkeiten).

 

These 6

Die AfD tritt für eine offene EU ein, ein flexibles Netzwerk europäischer Staaten mit gemeinschaftlichen Institutionen, an dem sich nicht jeder Mitgliedsstaat durchgehend beteiligen muss.

 

These 7

Wir sprechen uns entschieden gegen eine europäische Wirtschaftsregierung aus. Die Wirtschafts-, Sozial-und Finanzpolitik muss in der Gestaltungshoheit der souveränen Nationalstaaten verbleiben.

 

These 8

Die AfD widersetzt sich der schleichenden Kompetenzerweiterung der EU-Institutionen über die in den Verträgen festgelegten Zuständigkeiten hinaus. Was in den Verträgen nicht explizit der Gestaltungshoheit der EU übertragen wurde, gehört ausschließlich in die Kompetenz der Nationalstaaten.

 

These 9

Die EU darf nur jene Kompetenzen wahrnehmen, bei denen der Nachweis geführt worden ist, dass die zugrundeliegenden Aufgaben auf der europäischen Ebene besser erledigt werden können als auf der nationalstaatlichen Ebene. Bestehende Verträge sind zu überprüfen und ggf. anzupassen.

 

These 10

Die Europäische Kommission muss drastisch verkleinert werden. Nicht jedes Land braucht einen eigenen Kommissar. Die Anzahl der EU-Kommissare muss auf die Bereiche der Kernkompetenzen reduziert werden.

 

These 11

Deutschland muss entsprechend seiner Einwohnerzahl und Bedeutung ein größeres Gewicht in den europäischen Institutionen erhalten.

 

These 12

Die Kompetenzen des Europäischen Parlaments müssen strikt beschränkt werden auf die Bereiche, die auf EU-Ebene gestaltet werden dürfen. Wir wollen eine Stärkung des EP zu Lasten nicht direkt gewählter EU-Institutionen. Dazu gehört ein eigenständiges Gesetzesinitiativrecht sowohl für den Ministerrat, welcher die Mitgliedsstaaten vertritt, als auch für die nationalen Parlamente. Nominierung und Wahl der EU-Kommission soll allein dem EP obliegen.

 

These 13

Die AfD fordert die Abschaffung des doppelten Parlamentssitzes (Straßburg und Brüssel).

 

These 14

Variante 1: Wir lehnen eine Erweiterung der EU ab und befürworten stattdessen die Konsolidierung der EU in ihrer jetzigen Form. Die Aufnahme weiterer Staaten in die EU bedarf der Zustimmung durch Volksabstimmungen in allen Mitgliedsstaaten.

Variante 2: Einer EU-Erweiterung stimmen wir nur bei vollständiger Erfüllung aller Aufnahmekriterien zu. Der Beitritt weiterer europäischer Länder darf erst nach Festigung und Stabilisierung der gegenwärtigen EU in Erwägung gezogen werden. Nichteuropäische Länder können nur durch ein Assoziierungsabkommen und europäische Nachbarschaftspolitik an die EU angebunden werden. Die Aufnahme weiterer Staaten in die EU bedarf der Zustimmung durch Volksabstimmungen in allen Mitgliedstaaten.

 

These 15

Variante 1: Wir lehnen die Aufnahme der Türkei in die EU aus geographischen, kulturellen und historischen Gründen ab. Die Aufnahmeverhandlungen mit der Türkei sind unverzüglich zu beenden.

Variante 2: Wir lehnen eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU ab. Wie alle europäischen Staaten kann sich die Türkei aber einzelnen Integrationsschritten anschließen, wenn dies die Zustimmung aller Mitgliedsstaaten findet. Eine eventuelle Teilnahme der Türkei am freien Personenverkehr müsste in allen Mitgliedsstaaten durch eine Volksabstimmung bewilligt werden.

 

Euro-und Staatsschuldenkrise

These 16

Die Einführung des Euro hat sich als eine politisch motivierte Entscheidung gegen die ökonomische Vernunft erwiesen. Der Euro untergräbt die historischen Errungenschaften der EU. Die „alternativlose" Eurorettung darf nicht länger den Wohlstand und die Zukunft Europas und der Nationalstaaten gefährden.

 

These 17

Wir fordern eine Rückkehr zu einer Stabilitätsunion, d.h. Haushaltsdisziplin, keine Haftung für die Schulden anderer Staaten und keine Finanzierung von Haushaltsdefiziten durch die EZB.

 

These 18

Wir fordern, dass Deutschland sein Veto gegen weitere Hilfskredite einlegt. Wir fordern eine Rückkehr zur Stabilitätsunion und zu nationaler Haushaltsdisziplin: keine Haftung für die Schulden anderer Staaten und keine Finanzierung von Haushaltsdefiziten durch die Europäische Zentralbank (EZB).

 

These 19

Solange der Euro in der aktuellen Form fortbesteht, fordern wir eine strikte Einhaltung der No-Bail-out-Klausel und der Maastrichtkriterien.

 

These 20

Jeder Mitgliedstaat der Eurozone muss das Recht haben, die Währungsunion zu verlassen, ohne aus der EU auszuscheiden. Länder, welche die Bedingungen einer Währungsunion nicht erfüllen können, sollten diese verlassen. Andernfalls sollten die stabilitätsorientierten Euroländer die Möglichkeit haben, unter sich eine Währungsunion zu bilden.

 

These 21

Das Stimmgewicht in der EZB muss entsprechend dem Kapitalschlüssel neu justiert werden. Grundlegende Entscheidungen sind mit einer qualifizierten Mehrheit von 75% zu treffen.

 

These 22

Die Führungsspitze der EZB, die vorsätzlich gegen die Grundsätze des AEU-Vertrages verstoßen hat, muss unverzüglich ausgetauscht werden.

 

These 23

Neue Schulden unter Notenbanken müssen spätestens zum Jahresende beglichen werden. Die EZB darf keine monetäre Staatsfinanzierung betreiben. Insbesondere darf sie keine Staatsanleihen kaufen, sondern nur Wertpapierpensionsgeschäfte tätigen.

 

These 24

Wir fordern die jährliche Inspektion der Goldbestände der Bundesbank im Ausland. Bei Unregelmäßigkeiten sind die Bestände unverzüglich zurückzuführen.

 

Bankenkrise

These 25

Die AfD plädiert für eine ausschließlich nationale Bankenaufsicht und Einlagensicherung.

 

These 26

Die AfD fordert deutlich höhere Eigenkapitalquoten für europäische Kreditinstitute. Die Banken müssen Staatsschulden ebenso wie andere Kredite durch Eigenkapital hinterlegen. Staatsanleihen sollen nach dem Niederstwertprinzip bilanziert werden.

 

These 27

Steuerzahler und Kleinsparer sollen nicht zur Haftung für Bankenrisiken herangezogen werden können. Deshalb sind Giro-, Sparkonten und Sparbücher mit gesetzlicher Kündigungsfrist von Bankenrettungsmaßnahmen auszunehmen.

 

These 28

Variante 1: Sollten Rettungsmaßnahmen unter Inanspruchnahme von Bankkunden nicht ausreichen, sind weitere Maßnahmen, die auf öffentliche Mittel zurückgreifen, abzulehnen.

Variante 2: Die Rettung von maroden Banken hat bei systemisch unverzichtbaren Kreditinstituten nach Inanspruchnahme der Eigentümer, Gläubiger und Einlagensicherungssysteme zu Lasten der Haushalte des betroffenen Staates zu erfolgen. Eine direkte oder indirekte Bankenrettung über den ESM ist auszuschließen. Banken müssen auch in Insolvenz gehen können.

 

Landwirtschaft

These 29

Variante 1: Wir wollen nicht, dass unsere Lebensmittelversorgung von einigen wenigen Menschen oder Unternehmen abhängig wird. Es dürfen keine Kartelle durch sehr wenige kommerzielle Saatgut-Anbieter entstehen. Traditionelle und regionale Sorten müssen von Zulassungs- oder Zertifizierungspflichten befreit bleiben.

Variante 2: Wir fordern die Sicherstellung der Reproduktionsfähigkeit von natürlichen Arten und der Versorgung der Landwirtschaft mit dem Ur-Saatgut als staatliches Rechtsgut abzusichern. Dadurch geben wir der Landwirtschaft die Wahlfreiheit zwischen industriellem und natürlichen Saatgut. Traditionelle und regionale Sorten müssen von Zulassungs- oder Zertifizierungspflichten befreit bleiben und dürfen nicht patentierbar sein. Für Patentrechtsverletzungen durch Umwelteinflüsse (z.B. Einwehungen) haftet der Hersteller des Saatguts.

 

These 30

Wir wollen die Landwirte in der EU dabei unterstützen, dass sie als erfolgreiche Unternehmer am Lebensmittelmarkt teilhaben können. Ihre Marktbedeutung und damit die erzielbaren Preise für Produkte muss die Tatsache wiederspiegeln, dass sie für 500 Millionen Menschen in der EU für Ernährungssicherheit sorgen und eine wesentliche Verantwortung für unsere Umwelt tragen.

 

These 31

Wir fordern eine umfassende Reform der gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Der Strukturwandel hin zu modernen, umwelt-und tierschutzgerechten Produktionsverfahren und -technologien muss unterstützt werden. Dadurch wird es möglich, den EU-Agrarhaushalt zu verkleinern und das Ausmaß landwirtschaftlicher Subventionen für industriell betriebene Landwirtschaft und Tierhaltung sozialverträglich deutlich zu reduzieren.

 

These 32

Wir setzen uns dafür ein, dass der bäuerlichen Landwirtschaft wieder die Möglichkeit eröffnet wird, sich ohne Produktionsbeihilfen ein ausreichendes Einkommen zu sichern. Wir unterstützen Anstrengungen, die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte zu regionalisieren, um so auch traditionellen bäuerlichen Familienbetrieben eine Zukunftsperspektive in der modernen Landwirtschaft zu bieten.

 

These 33

Bei der unverzichtbaren Förderung bäuerlicher Strukturen soll auch die Rolle des Landwirts als Pfleger von Landschaft und Umwelt angemessen berücksichtigt werden.

 

These 34

Wir wollen, dass europaweit durch eine Verringerung des Einsatzes von Pestiziden und Mineraldüngern die Artenvielfalt vergrößert und der Gewässerschutz sowie der Schutz der Böden verbessert wird.

 

These 35

Exportsubventionen der EU sollten verringert und der Außenhandelsschutz schrittweise abgebaut werden. Beides erhöht die wirtschaftlichen Chancen für Entwicklungsländer und mindert so u. a. den Migrationsdruck.

 

These 36

Variante 1: Wir lehnen eine Verwendung von Ackerböden für den Anbau von Energiepflanzen ab. Dies verknappt die Böden für den Anbau von Nährpflanzen und verteuert die Lebensmittel.

Variante 2: Die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen in der EU soll nicht behindert werden, weil durch diese die Überproduktion von Lebensmitteln und der Exportdruck verringert werden. Dadurch erhalten die Entwicklungsländer bessere Chancen zum Absatz produzierter Nahrungsmittel in der EU.

 

These 37

Wir fordern ein einfaches verbraucherfreundliches Kennzeichnungssystem zur Beurteilung von Lebensmitteln. Infrastrukturpolitik

 

These 38

Variante 1: Die Wasserver- und entsorgung muss in öffentlicher Hand verbleiben.

Variante 2: Die Sicherstellung optimaler Infrastruktur ist Aufgabe jedes einzelnen Staates. Die Erfüllung dieses Auftrags durch Private darf nicht dazu führen, dass das Kostenrisiko beim Staat bleibt und die Gewinne privatisiert werden oder das Gemeinwohl anderweitig beeinträchtigt wird.

 

Datenschutz

These 39

Die Alternative für Deutschland fordert mit Nachdruck ein umfassendes Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Es sichert jedem Bürger die Befugnis zu, grundsätzlich selbst über die Preisgabe, Verwendung und Löschung seiner personenbezogenen Daten zu bestimmen. Diese Befugnis bedarf unter heutigen und künftigen Bedingungen der automatischen Datenverarbeitung, -speicherung und -sammlung in besonderem Maße des Schutzes.

 

These 40

Die Alternative für Deutschland fordert die Erweiterung des Briefgeheimnisses zu einem umfassenden Kommunikationsgeheimnis, das auch digitale Kommunikation und Speicherung umfasst. Der Schutz von persönlichen Daten soll oberste Priorität aller handelnden Personen, Behörden, Unternehmen und sonstiger Einrichtungen sein.

 

These 41

Variante 1: Die Speicherung und Auswertung privater Daten darf nur in begründeten Fällen und unter Wahrung der Verhältnismäßigkeit erfolgen.

Variante 2: Die Alternative für Deutschland lehnt die von der EU geforderte Form der Vorratsdatenspeicherung ab.

 

Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Zuwanderungs- und Asylpolitik

These 42

Variante 1: Die Alternative für Deutschland ist gegen die Ausbeutung der europäischen Arbeitnehmerschaft durch Leiharbeitertourismus ausländischer Arbeiterkolonnen mit Dumpinglöhnen und Werkverträgen. Wir fordern den Nachweis, dass diesen „Arbeitskolonnen" wenigstens der deutsche Mindestlohn ausbezahlt wird.

Variante 2: Ausländischen Arbeitnehmern, die temporär in Deutschland arbeiten, ist der Lohn zu zahlen, der ihrer Produktivität entspricht.

 

These 43

Deutschland braucht qualifizierte Zuwanderung.

 

These 44

Sozialleistungen werden in Deutschland ausschließlich nach den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland gewährt. Eine Einflussnahme der EU lehnen wir ab.

 

These 45

Hartz IV, Kindergeld oder Wohngeld sollen nur Personen erhalten, die in Deutschland in erheblichem Maße direkte oder indirekte Steuern gezahlt haben oder deren Eltern dies getan haben.

 

These 46

EU-Bürger aus anderen Mitgliedsstaaten, die sich mangels ausreichenden Einkommens in Deutschland keinen menschenwürdigen Lebensstandard sichern können, müssen in ihre Heimat zurückkehren.

 

These 47

Die Niederlassungsfreiheit darf nicht dazu missbraucht werden, Sozialleistungen zu beziehen.

 

These 48

Ausländische EU-Bürger, die wegen einer Straftat rechtskräftig verurteilt werden, sind konsequent abzuschieben.

 

These 49

Die Wiedereinreise ausgewiesener Personen ist durch geeignete Methoden strikt zu unterbinden. Zur schnellen Identifikation sind bei der Abschiebung biometrische Daten zu erfassen.

 

These 50

Variante 1: Das Zuwanderungsrecht ist durch eine einheitliche, kriterienbasierte europäische Gesetzgebung zu regeln.

Variante 2: Das Zuwanderungsrecht ist durch eine einheitliche, kriterienbasierte nationale Gesetzgebung zu regeln.

 

These 51

Ernsthaft politisch Verfolgten ist Asyl zu gewähren. Es ist nicht zulässig, die Hauptlast der Asylpolitik den peripheren EU-Staaten aufzubürden. Ein gemeinsamer Verteilungsschlüssel für Asylbewerber und Mindeststandards für ihre Versorgung sind sicherzustellen.

 

These 52

Humanitäre Hilfe und Hilfe für Kriegsflüchtlinge ist im Rahmen des finanziell Tragbaren zu gewährleisten.

 

Umwelt-und Energiepolitik

These 53

Eine europäische Umweltpolitik ist nur bei bedeutenden grenzüberschreitenden Bedrohungenvon Ökosystemen gerechtfertigt.

 

These 54

Umweltpolitik muss sich an nationalen Gegebenheiten orientieren. Gemeinsame Standards sind nur bei identischer Problemlage in den Mitgliedsländern sinnvoll. Vor Beschluss jeder europäischen Regelung muss zwingend nachgewiesen werden, dass eine gemeinschaftliche Regelung deutlich messbare Vorteile gegenüber nationalen Regelungen hat.

 

These 55

Wissenschaftliche Untersuchungen zur langfristigen Entwicklung des Klimas aufgrund menschlicher CO2-Emissionen sind sehr unsicherheitsbehaftet. Die AfD lehnt deshalb die Erreichung planerisch festgesetzter CO2-Emissionsziele ab. Statt dessen soll eine graduelle Reduktion von CO2-Emissionen erfolgen, die sich daran orientiert, was für Haushalte und Unternehmen finanziell tragbar ist. Planwirtschaftliche Instrumente sind dabei abzulehnen, vielmehr sollten ausschließlich marktwirtschaftliche Instrumente wie CO2-Zertifikate eingesetzt werden.

 

These 56

Unter Anerkennung eingegangener Verpflichtungen soll Deutschland alle weiteren Energiemarkt-Eingriffe durch Reglementierung oder Subventionen sofort einstellen, da diese zu einer noch stärkeren Beeinträchtigung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft im EU-Binnenmarkt und weltweit führen. Vor allem das EEG sollte entsprechend reformiert werden.

 

These 57

Energiepolitik ist primär eine Angelegenheit der Mitgliedsstaaten. In einigen Bereichen (z.B. Leitungsnetze, Energiespeicher) ist eine europäische Zusammenarbeit aber unverzichtbar. Wir fordern die europaweite Harmonisierung der Sicherheits-und Emissionsstandards, orientiert am Stand der Technik.

 

Freihandelsabkommen

These 58

Freier Handel ist eine wesentliche Grundlage unseres Wohlstands. Der Europäische Binnenmarkt ist ein überzeugendes Beispiel dafür. Verhandlungen über Erweiterungen dieser Freihandelszone müssen jederzeit transparent geführt werden.

 

These 59

Variante 1: Die Freihandelsabkommen mit den USA oder mit Kanada dürfen nicht zu einer Verwässerung des Verbraucherschutzes, des Umweltschutzes, der Rechtssicherheit, der Sozialstandards sowie der Kulturpolitik führen. Zudem dürfen die Abkommen eine weitere Ausgestaltung dieser Bereiche durch den demokratisch legitimierten Gesetzgeber nicht ausschließen. Die Interessen der Bürger und ihre demokratischen Rechte müssen den Vorrang vor den Interessen von Investoren behalten. Wirtschaftliche Risiken dürfen nicht auf Staaten abgewälzt werden.

Variante 2: Die Freihandelsabkommen mit den USA und mit Kanada dürfen nicht zu einer Verwässerung des Verbraucherschutzes, des Umweltschutzes, der Rechtssicherheit, der Sozialstandards sowie der Kulturpolitik führen. Zudem dürfen die Abkommen eine weitere Ausgestaltung dieser Bereiche durch den demokratisch legitimierten Gesetzgeber nicht ausschließen.

 

Meinungsfreiheit/PC

These 60

Wir wenden uns entschieden gegen eine Überwachung von politischen Gruppen, nur weil sie euro- oder europakritische Positionen vertreten.

 

Außen-und Sicherheitspolitik

These 61

Variante 1: Wir bejahen eine gemeinsame Außen-und Sicherheitspolitik der EU in den Bereichen, in denen die EU ihre legitimen Interessen vertritt. In den Bereichen, in denen die Kompetenzen bei den Nationalstaaten liegen, muss die Außen-und Sicherheitspolitik sich an den nationalen Interessen orientieren.

Variante 2: Wir lehnen eine gemeinsame Außen-und Sicherheitspolitik der EU ab.

 

These 62

Die AFD lehnt den EU-Ratsbeschluss zu Art. 222 EUV ab, wonach die EU auf Beschluss des EU-Rates Polizei, Militär und Geheimdienste anderer EU –Länder in Deutschland einsetzen kann, um politische und soziale Unruhen zu beenden.

 

Gender Mainstreaming

These 63

Variante 1: Geschlechterrollen sind nicht Gegenstand der Politik. Die AfD lehnt gesellschaftspolitische Umerziehungsmaßnahmen wie "Gender Mainstreaming" ab und wendet sich gegen alle Versuche der EU, diese den Nationalstaaten aufzuzwingen. In der Privatwirtschaft wie im öffentlichen Dienst muss bei Stellenbesetzungen die Qualifikation, nicht das Geschlecht, den Ausschlag geben.

Variante 2: Wie nebenstehend, aber mit Zusatz: Positive Diskriminierung ist statthaft bei Eltern, die ihre Berufstätigkeit zugunsten der Kindererziehung zurückgestellt haben.

 

Bildungspolitik

These 64

Die europaweite Einführung standardisierter BA/MA-Studiengänge hat ihre erklärten Ziele, allen voran erhöhte Mobilität und verbesserte Berufstauglichkeit, allenfalls teilweise erreicht. Wir fordern daher, konkurrierend die bewährten Magister-, Staatsexamens-und Diplomstudiengänge wieder anzubieten.

 

Wettbewerbspolitik

These 65

Die Wettbewerbspolitik (incl. Fusionskontrolle und Beihilfenkontrolle) gehört zu den erfolgreichsten Tätigkeitsfeldern der EU. Dennoch sollten die Wettbewerbsverfahren und -entscheidungen der politischen Opportunität (und damit auch dem einzelstaatlichen und Lobby-Einfluss) der EU-Kommission entzogen und auf eine unabhängige Europäische Wettbewerbshehörde übertragen werden.

 

Zahlungsverkehr

These 66

Die AfD wendet sich gegen alle Bestrebungen von Banken, den Bargeldverkehr abzuschaffen und durch ausschließlich elektronische Bezahlsysteme zu ersetzen.

 

Diesen Beitrag teilen

0


Attachments:
FileCreatorFile sizeDownloadsLast modified
Download this file (66 Europathesen AfD.pdf)66 Europathesen AfD.pdfFD279 Kb10682014-01-31 17:04
  • R. Nowatzke

    Melden

    Hallo, habe grade mit dem Handy die ersten 5/6 Fragen beantwortet. Button E-Mail gedrückt. Ist etwas angekommen<br /><br />Leider nicht - war beim Ersttest aber wohl der Normalfall ;)<br />MfG<br />Frank Torsten

  • P. A. Gebhardt

    Melden

    Unter Ubuntu 12.04.3 LTS:<br /><br />Evince oder Foxit Reader gehen gar nicht, NUR: Acrobat 9.x <br /><br />Beste Grüße<br /><br />Jetzt sollten eigentlich alle Versionen vom Adobe Reader gehen - und auch Foxit.

  • Old Heck

    Melden

    viele Einzelkämpfer - wie ich -bereiten die Europa-Wahl vor<br />mit "www.afd-partei.eu" arbeite ich an einer Unterstützungs-Plattform, die sowohl Mitgliedern der Partei, als auch Wählern das Thema "Europa" näher bringen und die Wahlentscheidung versachlichen und erleichtern soll.<br />Gebt mir doch mal Feedback<br />H. Heckendorf

  • C. Kobus

    Melden

    Adobe Reader X, Ver. 10.1.9, These 1 u. 3 beantwortet. Versand ohne Probleme. Empfang?<br /><br />Anmerkung zur These 3. Geht es um die EU in heutiger Gestalt oder die, für die die AfD eintritt?<br /><br />MfG<br />C. Kobus

  • Frank Torsten Damköhler

    Melden

    Adobe Reader X, Ver. 10.1.9, These 1 u. 3 beantwortet. Versand ohne Probleme. Empfang?<br />Anmerkung zur These 3. Geht es um die EU in heutiger Gestalt oder die, für die die AfD eintritt?<br /><br />MfG<br />C. Kobus
    <br /><br />Danke für den Test - der Empfang war auch problemlos - aber leider ohne geänderte Daten - was eigentlich hätte klappen müssen - auch mit älteren Readern. Mal geht es - mal geht es nicht ...<br /><br />Adobe hätte eben gerne, dass man sich das Vollprogramm für 1.000 Euro kauft - da funktioniert das dann auch alles. ;)<br /><br />Punkt 3:<br />Ich vermute/glaube, die Frage stellt sich so nicht - da die AfD nach bisherigen Verständnis eine Reform der EU anstrebt - aber nicht deren Auflösung.<br /><br />Der EURO - falls Sie das damit meinen sollten, ist dann ja eine völlig andere Baustelle - und EURO-Mitgliedschaft und EU-Mitgliedschaft können - müssen aber nicht - gleichzeitig sein.<br /><br />MfG<br />Frank Torsten

  • Christopher Kobus

    Melden

    Hallo,<br />nun das ist der Kern meiner Frage. Ich habe keine EU Auflösung erwähnt und an die reformierte EU gedacht, für die die AfD eintritt.<br />Beziehen sich also die Fragen des Interviews auf die heutige oder die künftig reformierte EU? Dies ist den Formulierungen nicht eindeutig zu entnehmen.<br />MfG<br />Christopher Kobus

Einen Kommentar verfassen

Als Gast kommentieren

0 / 2000 Zeichen Beschränkung
Dein Text sollte zwischen 10-2000 Zeichen lang sein
Deine Kommentare erfordern die Moderation durch den Administrator

Terminkalender

April 2018
Mo Di Mi Do Fr Sa So
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30

Besucherzähler

Heute252
Gestern618
Woche1514
Monat17308
Gesamt762469

Aktuell sind 27 Gäste und keine Mitglieder online