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Kumulieren, Konsensieren, Akzeptieren - wer die Wahl hat ...

10.04.2015 - 10:00, AfD-OPR

Nun gibt es ja mittlerweile Wahlvariante Nummer 4, mit der das geneigte Parteimitglied in Brandenburg zukünftig sein Kreuz bzw. seine Zahl ins Kästchen eintragen kann/soll.

Dass jetzt natürlich jeder der Überzeugung ist, dass natürlich

SEIN Wahlverfahren das beste, einfachste, demokratischste, und eh das supertollste ist, das Notfalls auch Stroh zu Gold verwandelt, setze ich dabei natürlich voraus ... ;)

Trotzdem an der Stelle der Versuch, die Wahlverfahren etwas danach zu beurteilen, wie "glücklich" ich als Wähler dann mit dem nach den unterschiedlichen Wahlverfahren ausgefüllten Zetteln bin, wenn ich mir die dann angucke. Da gab es dann - zumindest bei mir - doch einige Überraschungen.


Als erstes die momentan heiß diskutierten Wahlverfahren:

1. Normal (also wie bisher):

Mein Favorit, oder meine Favoriten bekommen ein Kreuz

2. Akzeptanzwahlverfahren - vom Bund vorgeschlagen:

Bewerber werden mit Ja, Enthaltung oder Nein bewertet. Jeder kann so viele Bewerber bewerten, wie er möchte.

3. Konsensieren - als Vorschlag zum Parteitag:

ALLE Bewerber werden in eine abgestufte Reihenfolge gebracht, und dann von oben nach unten durchnummeriert. Bei mehreren gleichwertigen "Posten" zählt nicht die Bewerber- sondern die Postenanzahl.

4. Panaschieren/Kumulieren - als Vorschlag zum Parteitag:

Maximal 5 Punkte für einen, Gesamtpunkte für alle: Minimum 2x Anzahl Bewerber, Maxim. 3x Anzahl Bewerber

 

Das ganze - mehr fallen mir da auf die schnelle nicht ein (Ergänzungen willkommen - bitte über die Kommentarfunkion) - wirkt dann in verschiedenen "Wahlakten":

 

1. Wahl für ein Einzelamt:

ca. 2 bis max.10 Bewerber - das wäre jetzt z.B. der Landesvorsitzende, oder der Stellvertreter, Schriftführer oder Schatzmeister.

2. Eine relativ kleine Gruppe

wird aus einem überschaubaren Bewerberfeld gewählt. Typisch wäre dafür die Wahl von 4 bis 8 Beisitzern - die Anzahl der Bewerber dafür wird wohl irgendwas zwischen 10 und 25 betragen. Die "Wahlposition" innerhalb dieser gewählten Gruppe spielt dabei dann keine so große Rolle.

3. Eine etwas größere Gruppe

(ca. 20) wird aus einem etwas größeren  Bewerberfeld (40 bis 50) gewählt - die Wahlposition innerhalb dieser Gruppe spielt eine Rolle. Typisch dafür wäre dann natürlich die Landesliste - wo sich für Listenplatz 6 bis 25 dann durchaus 45 bis 50 Leute bewerben.

4. Eine sehr große Gruppe

soll aus einem Bewerberfeld gewählt werden, wo die Wahlposition innerhalb der gewählten dann keine Rolle spielt - wo man aber wahrscheinlich eher Mühe haben dürfte, so viele Bewerber zu finden, um alle nötigen Positionen zu besetzen. Typisch dafür dürfte die Delegiertenlise von 36 Leuten sein für den nächsten Bundesparteitag.

 

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  • Frank Damköhler

    Melden

    Wahlakt 1: Einzelamt
    http://www.afd-opr.de/images/kv-opr/Wahlgrafik%2001.png
    Bewertung: Die von mir gewünschte Rangfolge kann ich mit keinem der 4 Wahlsysteme abbilden. Am ehesten "wohl" fühle ich mich da noch mit dem Akzeptanzwahlverfahren, und dem ganz normalen Kreuz bei einem der Kandidaten. Das Konsensverfahren probiert da zwar netterweise irgendwie einen "Kompromiss" zu finden/auszubalancieren - kann aber in dem Fall schlichtweg nicht verleugnen, dass seine eigentliche Stärke darin liegt (und aus dem Bereich kommt es ja auch) - einen Konsens bei verschiedenen Meinungen zu SACHthemen zu finden, und für Personenwahlen wohl nicht so geeignet ist. Die - für mich in der Deutlichkeit unvermutete - Schwäche beim Kumilieren+Panaschieren zeigt sich dann noch in den weiteren "Wahlakten".

    Wahlakt 2: kleine Gruppe
    http://www.afd-opr.de/images/kv-opr/Wahlgrafik%2002.png
    Persönliche Bewertung:

    Wahlakt 4: große Gruppe
    http://www.afd-opr.de/images/kv-opr/Wahlgrafik%2003.png
    Persönliche Bewertung:

  • Michael Nehls

    Melden

    Analysen sind gut, letztlich aber immer nach der Betrachtungsweise erstellt und auswertbar.
    Ich bin nach meinem heutigen Wissensstand und meinem "Bauchgefühl" absolut überzeugt, dass nur die Konsenswahl von allen Wahlverfahren, die ich persönlich kenne und bewerten kann, die einzig gerechte Wahl ist. Zwar ein wenig umständlich, wenn es um größere Listenwahlen geht, da gebe ich Skeptikern recht aber dies lässt sich mit genügend Stimmzählern oder auch Stimmcomputern organisieren.
    Es sollte nicht entscheidend sein wie einfach eine Wahl vonstatten geht, welche Zeit und Aufwand dazu notwendig sind, sondern wie gerecht das Wahlergebnis ausfällt.
    Stellen wir uns doch mal vor, dass zu den nächsten Bundestagswahlen, eine Konsenswahl durchgeführt wird. Z.B. bewerben sich 15 Parteien, deren Namen ich nun nicht aufzählen möchte. Aktuell macht jeder ein "Kreuz" bei einer Partei. Aber wenn der Wähler mit 14 Punkten seinen Favoriten bewertet aber auch die Möglichkeit hat, seine 2., 3. usw. Wahl mit Stimmpunkten zu bewerten...., hätten wir ein spannendes, breit akzeptiertes Wahlergebnis zu erwarten. Dies würde die gesamte Bundespolitik nachhaltig verändern.

  • Frank Damköhler

    Melden

    Aber wenn der Wähler mit 14 Punkten seinen Favoriten bewertet aber auch die Möglichkeit hat, seine 2., 3. usw. Wahl mit Stimmpunkten zu bewerten....,


    Und genau das sehe ich als "Problem".
    OHNE das "und so weiter ..." wäre das "Punktesystem" natürlich besser geeignet gewesen, als ein simples Kreuz.

    PS: Beim Zeitaufwand mußt du berücksichtigen - bei großen zu wählenden Gruppen kann der enorm sein - das es dadurch unter Umständen nicht mehr möglich sein kann, eine vielleicht notwendige "Stichwahl" am gleichen Tag auch noch durchzuführen!

    Wenn bei der Wahl in ersten Wahlgang ein 100%-fertiges Ergebnis rauskommt, dann ist es mir im Pinzip völlig wurscht, wie lange dann gezählt wird - meinetwegen braucht man am gleichen Tag auch garnicht zählen, sondern kann das in aller Ruhe am nächsten Tag in der Geschäftsstelle machen. Entscheidend dabei ist, dass eine nötige Stichwahl, wenn jetzt 3 oder 4 Leute die gleiche Punktzahl haben sollten, dann extra deswegen zu einem neuen Parteitag eingeladen werden müßte.

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